Vom Helfen und Heuen

Daniel Shearer ist aus Österreich nach Graubünden gekommen. Hier wie dort steht für ihn vor allem eines im Mittelpunkt: anderen das Leben zu vereinfachen.

An Sommerabenden, während andere in Freibädern an ihrer Work-Life-Balance feilen, steht Daniel Shearer auf einer Wiese und wendet abgeschnittenes Gras. «Das macht mir Freude», sagt er und ergänzt, dass man auf einem Bauernhof eben immer Arbeit finde. Zumindest, wenn man, wie er, gerne danach suche. Denn seine Zeit scheint nicht dazu da zu sein, einfach zu verstreichen. Im Leben von Daniel Shearer wollen Pausen erst verdient werden. Und trotzdem scheint es sie zu geben, die Momente, in denen er anfängt zu träumen.

 

Anderen das Leben vereinfachen

«Ich möchte etwas machen», sagt er über seinen Job, «was noch niemand vorher gemacht hat.» Dabei würde man ihn nicht jenem Schlag Mensch zuordnen, der seinen Beruf als Berufung interpretiert. Montags bis freitags gegen 6.30 Uhr steigt der Entwicklungsingenieur in der Bündner Gemeinde Domleschg in sein Auto, steuert es dem noch jungen Rhein entlang, durch den Isla-Bella-Tunnel, fährt weiter bis nach Zizers, wo er es gegen 7 Uhr vor dem Gebäude seines Arbeitgebers INTEGRA Biosciences parkiert. Und montags bis freitags, jeweils gegen 16 Uhr, verlässt der Tiroler dieses Gebäude wieder und fährt dieselbe Route in die entgegengesetzte Richtung. «Eine schöne Region», sagt er, steil und gleichzeitig ein bisschen hügelig, mit Plateaus dazwischen und einer Autobahn mit guter Anbindung. «Ich weiss nicht, was man mehr möchte.»

«Wenn jeder nur nimmt, kommt man als Gesellschaft nicht weiter»

INTEGRA Biosciences produziert automatisierte Pipettiersysteme und andere Laborgeräte für die Diagnostik, Forschung und Entwicklung im Life-Science-Bereich. Oder: «Schaufel und Pickel für Labore», wie es Geschäftsleitungsmitglied Alex Studer nennt. Mit diesen graben Labore rund um den Globus nach den Ursachen von Alzheimer und Krebs, oder eben: nach Wirkstoffen gegen Covid-19.

«Schlaflose Nächte gab es keine», sagt Granzotto, obwohl sich die Nachfrage nach Tests und damit auch nach ihren Produkten während der Pandemie verdoppelt habe. Gewissermassen sei das Daily Business einfach weitergegangen. INTEGRA war gerüstet. Zwar nicht für eine Pandemie, aber die Schienen in Richtung mehr Output waren gelegt. Immer wieder seien die Prozesse in den letzten Jahren an neue Normalitäten angepasst worden. «Ich war und bin sehr zuversichtlich, dass wir die Krise meistern.» Seine Zuversicht rühre vor allem von einem Urvertrauen ins Team her: «Die Gemeinschaftlichkeit, das Miteinander hier ist beeindruckend.» Zur Prosperität des Unternehmens trage jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter einen Teil bei.

«Wir haben bei INTEGRA die Freiheit, innovativ zu sein.»

«Unser Erfolgsgeheimnis ist», sagt Alex Studer, «dass wir die Marktlücke zwischen Automation und manuellen Arbeitsprozessen erkannt und mit Swiss Engineering erschlossen haben.» 1965 gegründet, gehört INTEGRA inzwischen zu den international führenden Anbietern von Laborgeräten für das Liquid-Handling und die Nährmedienherstellung in der Life-Science-Forschung. Das Wachstum der letzten Jahre lag jeweils zwischen zehn und zwanzig Prozent. Erst im August 2019 hat die Firma ihre Büro- und Produktionsfläche in Zizers verdoppelt. Das Land für die nächste Expansion ist bereits gekauft. «Die Frage ist nur noch, in welchem Ausmass gebaut wird», so Granzotto. «Aber wir wissen auf jeden Fall, wo die Reise hingeht.» Ein Treiber des Erfolgs: Jeder zehnte Franken fliesst in die Innovation.

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Intuitiv und zuverlässig

Keine Idee, die dem Geschäft diene, werde verworfen, sagt Thomas Granzotto. «Wir haben hier die Freiheit, innovativ zu sein.» Aus dieser Freiheit heraus entstand auch die Software, mit der die Pipettiersysteme gesteuert werden. «Ein bisschen wie Lego Technic» sei die Bedienung der Geräte: intuitiv und zuverlässig. Das Benutzerinterface funktioniert über alle Typen hinweg ähnlich. Mit dem jeweils entsprechenden Gerät lassen sich so bei Bedarf ebenfalls grössere Mengen an Proben innert kürzester Zeit abwickeln – auch automatisiert. Denn: «Wo Menschen im Spiel sind, passieren Fehler.»

Der Lockdown ist zum Glück Geschichte. «Von meinen Mitarbeitenden gab es nie ein Murren», sagt Granzotto rückblickend, «trotz Sonderschichten.» Sie hätten gewusst, dass das, was sie hier tun, einen Wert habe. Nicht nur für die Firma, sondern auch ein bisschen für die Welt.

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