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So geht die Lehre bei Polycontact

Drei Lernende – ein Ziel: bei Polycontact die Bausteine für ihre Techkarriere legen. Konstrukteur Edgar Weiss, Polymechaniker Sohrab Sadery und Informatikerin Vanessa Caspar erzählen von ihren Erlebnissen beim Churer Techunternehmen. Und was sie rundherum erleben – von Fahrstunden bis hin zu Anime-Videospielen.

«Vor Polycontact waren Autos für mich einfach Dinge, die mich von A nach B brachten»

Als es Zeit war, sich für eine Lehre zu entscheiden, liess sich Edgar im Bildungsinformationszentrum in Chur beraten und landete so beim Konstrukteur. «Man muss kreativ sein und ziemlich schnell auf ordentliche Lösungen kommen. So würde ich mein eigenes Wesen auch beschreiben.» Zu Polycontact kam der gebürtige Berliner, weil der Sensor- und Schalterhersteller in Chur der einzige Ort für eine Konstrukteurlehrstelle ist. «Vor Polycontact waren Autos für mich einfach Dinge, die mich von A nach B brachten. Wenn ich jetzt während meiner Fahrstunde ein Auto fahre, weiss ich, dass unter meinem Sitz ein System liegt, an dem mein Lehrmeister mitgearbeitet hat. Das ist beeindruckend.»

 

Bei Polycontact lernt der 18-Jährige Skills, welche über das Basiswissen hinausgehen, wie etwa Qualitätsmanagement oder Untersuchungen unter dem Mikroskop. «Das ist herausfordernder, aber viel besser, als strikt nach Lehrplan zu arbeiten.» Am Anfang der Woche bekommt Edgar seine Aufträge. Dann zeichnet, probiert, plant er Teile und spricht mit den Polymechanikerinnen und -mechanikern in der Werkstatt, die seine Teile schliesslich fertigen. Nächstes Jahr steht für Edgar eine Reise in eine weit entfernte Werkstatt an. Denn im letzten Lehrjahr fahren alle Lernenden in das Polycontact-Werk im rumänischen Sibiu. Dort wird Edgar vier Wochen als Konstrukteur arbeiten. «Darauf bin ich sehr gespannt. Wir bekommen sogar ein eigenes Auto und eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Vor allem interessiert mich aber, wie die Konstrukteure dort arbeiten und was ich alles von ihnen lernen kann.»  

Ausbildung und Spass im Doppelpack

Für Sohrab Sadery ist die Reise nach Sibiu noch etwas weiter entfernt. Er ist Polymechaniklernender im ersten Jahr. Bis vor drei Jahren lebte er noch im Iran. «Mit 17 Jahren bin ich in die Schweiz gekommen, habe zwei Jahre die Sprache gelernt und das zehnte Schuljahr abgeschlossen. Mein bester Freund hat mir dann vom Beruf des Polymechanikers erzählt.» Jetzt heisst es: zeichnen, fräsen, drehen, programmieren. Jeder Tag ist anders. «Das ist gut so. Ich bin hier, weil ich kreativ bin und Lust auf individuelle Teile habe und keine seriellen Teile herstellen möchte, wie es Polymechaniker an anderen Orten machen.»

 

Was muss man als Polymechaniker können? «Als Polymechaniker muss man genau sein, mathematisches Flair haben und ein Problem auch mal von einer anderen Seite anschauen wollen. Kommunikationsfähigkeit ist nicht so wichtig», lacht Sohrab. Rumalbern gehört für den 21-Jährigen zum festen Bestandteil seines Alltags. «Ausbildung und Spass fliessen ineinander. Egal, ob bei technischen Fragen oder beim Herumscherzen in der Mittagspause.» Nach der Arbeit zieht es Sohrab mit seinem Bruder in die Natur. Ganz wichtig für ihn dabei: Entspannung. «Hier gefällt es mir viel besser als in Städten, wo alle Menschen immer so beschäftigt wirken. In Chur sind die Menschen chillig drauf und bodenständig.»  

Am Morgen Cyberattacken abwehren, am Nachmittag Drachen besänftigen

Muss man als PC-Nerd geboren werden, um Informatikerin oder Informatiker zu werden? Nein, findet Vanessa Caspar, IT-Lernende im zweiten Jahr. «Du brauchst Grundwissen darüber, wie ein Computer und ein Netzwerk funktionieren. Ich wusste vorher auch nicht viel darüber. Das meiste lernt man dann bei der Arbeit und in der Schule.» Ihr Lehrer hat ihr damals dazu geraten, es mit IT zu versuchen. «Polycontact habe ich dann bei meiner Internetrecherche gefunden, und als ich hier geschnuppert habe, hat mich der Teamgeist und mein ehemaliger Oberstift direkt begeistert.» Hier findet die 18-Jährige den Freiraum, den sie sich wünscht. «Selbstständigkeit steht im Zentrum.»

 

Neben dem Vertrauen, das ihr geschenkt wird, gefällt ihr auch die 4,5-Tage-Woche. Am Freitagnachmittag, wenn ihre Freundinnen und Freunde arbeiten müssen, haben Vanessa und alle anderen Mitarbeitenden von Polycontact frei. «Wenn ich zu Hause bin, gehe ich eigentlich direkt wieder an den PC und zocke mit Freundinnen und Freunden Genshin Impact, ein Fantasy-Action-Rollenspiel.» In ihrer verbleibenden Zeit bei Polycontact freut sich Vanessa vor allem, im Bereich Cybersecurity und Spam Neues zu lernen. Beispielsweise wie man Attacken verhindert, bevor sie überhaupt auftreten. Diesen Bereich darf sie nächstes Jahr übernehmen. «Letztes Jahr haben wir ein Projekt gestartet und die Anti-Malware-Software gewechselt. Ich darf die Schulung aller Mitarbeitenden überwachen», erzählt Vanessa stolz.

Egal, ob Konstrukteur-, Polymechaniker- oder Informatikerlehre – bei Polycontact erhalten junge Erwachsene den nötigen Anstoss, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Grosse Ziele haben alle. Sohrab möchte Ingenieur werden, Vanessa erforscht schon bald die neuesten Cybersecurity-Strategien, und Edgar möchte Industriedesign studieren, um unsere Welt technisch und ästhetisch voranzubringen.

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